{"id":504,"date":"2020-11-04T15:40:16","date_gmt":"2020-11-04T15:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/litera-siegen.de\/?p=504"},"modified":"2021-04-02T11:26:45","modified_gmt":"2021-04-02T11:26:45","slug":"ein-rueckblick-literarisches-cafe-in-litera-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/litera-siegen.de\/ru\/ein-rueckblick-literarisches-cafe-in-litera-2020\/","title":{"rendered":"Interkulturelles Literaturcaf\u00e9 : Ivan Bunin und Alexander Kuprin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-oasis-beige-background-color has-text-color has-background\" style=\"color:#a31b00\">Unterst\u00fctzt von dem Integrationszentrum der Stadt Siegen<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:45% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-507 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p style=\"font-size:21px\">Im Rahmen des Projektes Interkulturelles Literaturcaf\u00e9 veranstaltete Kulturzentrum Litera am 7.Oktober einen literarischen Abend zum 150-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um von Alexander Kuprin und Iwan Bunin.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:43% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"720\" src=\"http:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-508 size-full\" srcset=\"https:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002.jpg 960w, https:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002-300x225.jpg 300w, https:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002-768x576.jpg 768w, https:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002-600x450.jpg 600w, https:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PHOTO-2020-10-22-11-06-39-002-800x600.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p style=\"font-size:21px\">Maxim Gorki schrieb \u00fcber ihn: \u201eNehmen Sie Bunin aus der russischen Literatur heraus und sie wird glanzlos, verliert ihren Regenbogenschein und das Sternenlicht seiner einsamen Wandererseele\u201c.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Zum 150-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um von Alexander Kuprin und Iwan Bunin veranstaltete Kulturzentrum Litera am 7.Oktober einen literarischen Abend.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Die Vereinsleiterin Elena Gro\u00df erz\u00e4hlte zuerst sehr ausf\u00fchrlich \u00fcber das Leben <strong>Alexander Kuprins<\/strong>. Kuprin wuchs in sehr einfachen Verh\u00e4ltnissen auf. Seine Mutter stammte aus einem tatarischen, sehr ber\u00fchmten, aber verarmten F\u00fcrstengeschlecht. Sein Vater war ein kleiner Beamter, der schon ein Jahr nach Alexanders Geburt an Cholera starb und die Familie v\u00f6llig mittellos zur\u00fccklie\u00df. Schon mit 13 Jahren schrieb Alexander Gedichte.1889 erschien die erste Erz\u00e4hlung \u201eDas letzte Deb\u00fct\u201c des neunzehnj\u00e4hrigen Autors. Er ging mit nur ein paar Rubeln in der Tasche nach Kiew, um sein Geld als Journalist zu verdienen. Dort ver\u00f6ffentlichte er in den verschiedensten Zeitungen und Journalen seine Reportagen, Glossen, Theaterberichte, Kurzgeschichten, kurzum alles, was gerade anfiel.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">1895 arbeitete er in einem Moskauer Betrieb, der Ventilatoren herstellte, 1896 als Stahlgie\u00dfer im hoch industrialisierten Donezbecken, kurz danach gr\u00fcndete er in Kiew eine \u201eAthletengesellschaft\u201c und einen Zirkus. 1897 findet man ihn als Gutsverwalter und Vors\u00e4nger in der Kirche, danach machte er eine Ausbildung zum Zahnarzt, um dann doch 1899 einer Theaterwandertruppe beizutreten, der er neun Monate Treue hielt. Seine n\u00e4chsten beruflichen Stationen waren S\u00e4nger, Privatlehrer und zu guter Letzt beschlie\u00dft er, M\u00f6nch zu werden. Kuprin zieht 1901 dann doch nach St. Petersburg, um ausschlie\u00dflich Schriftsteller zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Diese \u201eWanderjahre\u201c waren der \u201eFundus\u201c, aus dem er zeit seines Lebens Ideen und Inspirationen sch\u00f6pfte. Das brachte mit sich, dass er im Gegensatz zu den meisten Schriftstellern seiner Zeit kein bevorzugtes Hauptthema hatte, sondern er bediente sich aus der Reichhaltigkeit seiner Erfahrungen und hatte zu vielen Bereichen des menschlichen und sozialen Lebens etwas zu sagen. Er selbst sagte einmal, dass alles, was er schrieb, er selbst erlebt hatte, dass sein ganzes Schaffen eine Autobiografie sei.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Mit offenen Armen wurde er von seinen Schriftstellerkollegen, wie Anton Tschechov, Iwan Bunin und nicht zuletzt Maksim Gorkij aufgenommen. Er blieb zwar seiner Grundeinstellung treu, \u00fcber alles, was er erlebt hatte, zu schreiben, seine sozialkritischen, sogar revolution\u00e4ren Werke wurden jedoch sch\u00e4rfer. Mit dem Roman <em><strong>Jama<\/strong><\/em> (auch <em><strong>Die Gruft<\/strong><\/em> 1909 bis 1915),<em>einer Sittengeschichte<\/em>, erregte Kuprin gro\u00dfes Aufsehen. Sehr freiz\u00fcgig und offen schildert er das Leben in einem Bordell in einer s\u00fcdukrainischen Stadt. Er portr\u00e4tiert die Bewohner und Besucher sehr genau; nicht die \u201eDamen\u201c sind die zu Verurteilenden, sondern die nach au\u00dfen hin ehrbaren Besucher und die sozialen Missst\u00e4nde, die die Frauen in diese Notsituation gebracht haben. Der Roman machte so viel Furore, dass noch Jahre danach Studenten auf die Stra\u00dfe gingen, um gegen diese sozialen Bedingungen aufzubegehren.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Nach der Oktoberrevolution floh Kuprin mit seiner Familie nach Finnland und von dort aus 1920 weiter nach Paris. Im Pariser Exil ging es ihm so, wie vielen russischen, emigrierten Schriftstellern, er war von seinen Wurzeln abgeschnitten \u2013 f\u00fcr einen Russen eine besonders tragische Situation. Es sollte noch dreizehn Jahre dauern, bis Kuprin todkrank in seine Heimat zur\u00fcckkam, weil er in der russischen Erde begraben sein wollte. Er starb am 25.&nbsp;August 1938 und wurde auf dem ber\u00fchmten Wolkow-Friedhof in Leningrad beigesetzt, dort, wo auch die von ihm bewunderten Klassikerkollegen Saltykow-\u0160\u010dedrin, Turgenew, Gontscharow und Leskow ruhten.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Obwohl die russischen Schriftsteller bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die europ\u00e4ische Literatur pr\u00e4gten gab es keinen Russen unter den Nobelpreistr\u00e4gern f\u00fcr Literatur. Erst 1933 wurde <strong>Iwan Bunin<\/strong> als erster russischer Schriftsteller mit dem renommierten Preis geehrt.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">In zweitem Teil des Abends wurde dem Publikum ein Filmausschnitt aus dem Literarischen Quartett \u00fcber das Leben und Werke von Iwan Bunin pr\u00e4sentiert. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki diskutierte in der Sendung mit seinen G\u00e4sten \u00fcber den ersten russischen Literaturnobelpreistr\u00e4ger. Zwei Konstanten bestimmten Leben und Werk Iwan<strong> Bunin<\/strong><strong>s<\/strong>: tiefe Verbundenheit mit Russland und unstillbares Fernweh. Die Liebe zu seiner mittelrussischen Heimat \u2013 er wuchs als Kind in einer verarmten Adelsfamilie auf dem Land auf \u2013 steigerte sich zum Heimweh, als der Schriftsteller nach der Oktoberrevolution ins Exil nach Frankreich ging, wo er bis zu seinem Tod 1953 lebte. Maxim Gorki schrieb \u00fcber ihn: \u201eNehmen Sie Bunin aus der russischen Literatur heraus und sie wird glanzlos, verliert ihren Regenbogenschein und das Sternenlicht seiner einsamen Wandererseele\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Am Ende des Vortrags unterhielten sich die anwesenden G\u00e4ste sehr rege \u00fcber beide Autoren und lobten Liter-Veranstaltung sehr.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Elena Gro\u00df, Kulturzentrum Litera<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/litera-siegen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201029_110857-002-576x1024.jpg\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 20201029_110857-002-576x1024.jpg\" width=\"217\" height=\"386\"\/><figcaption>Elena Gro\u00df pr\u00e4sentiert B\u00fccher \u00fcber Bunin und Kuprin aus Litera-Bibliothek<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterst\u00fctzt von dem Integrationszentrum der Stadt Siegen Im Rahmen des Projektes Interkulturelles Literaturcaf\u00e9 veranstaltete Kulturzentrum Litera am 7.Oktober einen literarischen Abend zum 150-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um von Alexander Kuprin und Iwan Bunin. 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